aber zunaechst muessen wir noch vom fantastischen Kolumbien zu Ende berrichten. Nach der heissen Stadt Cartagena (bis gefuehlte 42) an der Nordkueste ging es mit dem Nachtbus (die Busse waren so bequem wie nirgendwo, es gab sogar Wadenstuetzen am Sitz) in die beruehmt beruechtigte Stadt Medellin (hier regierte bis 1993 der maechtigste Drogenhaendler und damit einer der reichsten Menschen der Welt, Pablo Esobar). Unser erster Eindruck: scheisse hier ist es kalt, bis wir schnell feststellten dass das Klima auf 1500m recht angenehm ist - man konnte mal wieder richtig durchatmen. Unser Hostel hatten wir uns im sicheren Ausgehviertel El Poblado gesucht. Von Drogen und Bandenkrieg war hier keine Spur. Im Gegenteil, dass Viertel hat uns extrem ueberrascht und uns die moderne Seite Kolumbiens gezeigt. Wir sind gleich 3 Tage geblieben. Einen fantastischen Ausblick ueber die Daecher von Medellin genossen wir bei einem kuehlen Bier von einer modernen Dachgeschoss-Bar eines 5 Sterne Hotels - das East in Hamburg kann hier nicht mithalten!
Am naechsten Tag waren wir gezwungenermassen faul, es hat geschuettet wie aus Eimern und wir vertagten unseren Innenstadtbesuch. Im Hostel war es gut auszuhalten, sehr klein, modern und sauber und mit der schrillen Mitfuenfzigerin Monica und Connie, beide aus Australien, war es eine lustige Company.
Am naechsten Tag also auf in die Innenstadt (es gibt sogar eine Metrobahn in Medellin). Das war schon etwas anders. Wo sind die Touristen? Wir haben uns sehr beobachtet gefuehlt aber nach einer Weile war es ok und wir konnten viel geniessen und beobachten. Der riesige Plaza de Botero ist wunderschoen mit den ausgestellten Werken vom gleichnamigen Kuenstler. Wir haben mal wieder leckere Fruchtsaefte und typisches Essen probiert und haben sogar eine Bar gefunden wo wir das Spiel Deutschland gegen Holland sehen konnten. Wir waren in der Unterzahl, daher nur visuell, die kolumbianische Folklore musste fuer die kultigen Altherren bei ihrer Kaffeepause weiterlaufen :)
| hier werden sogar Angelrouten auf der Strasse verkauft |
| der Plaza de Botero in Medellin |
| Es spielt sich alles auf den Strassen ab. Hier ein typischer Schreibservice zum Ausfuellen von Dokumenten oder Briefe verfassen mit alter Schreibmaschine. |
| Lebende Telefonzellen sind auch typisch. Die haben ein Handy und preisen mit grossen Aufschriften an ihren Koerpern die Minutenpreise an. |
Von Medellin ging es weiter Richtung Sueden in das kleine Bergdorf Salento im beruehmten Kaffeedreieck. Das Dorf ist verhaltnismaessig touristisch, bisher jedoch meist einheimische Touristen.
Hier haetten wir locker eine Woche bleiben koennen. Saftig gruene Berge, Kaffeeplantagen, herzliche Kolumbianer, Pferdekarren, tolle Restaurants und urige Cafes...
Wir hatten 2 Tage und 2 Highlights:
Der Besuch einer Oekokaffeefarm: Nach einer kleinen Tour ueber die Plantage konnten wir hautnah erleben, wie Kaffee urspruenglich hergestellt wird und wieviel Arbeit dahinter steckt, guten Kaffee herzustellen. Bei einer abschliessenden Kafferunde konnten wir uns ueberzeugen - es war ein Genuss! Mit den Englaendern und auch 3 Deutschen haben wir uns direkt zum Abendessen verabredet. Auf dem Weg dorthin lief uns Connie aus Medellin ueber den Weg, die wir direkt mitgenommen haben. Es war eine lustige Runde bei Pizza und Bier.
| Tour auf der Kaffeeplantage Don Elias bei Salento |
| unser entspannter Kaffeebauer und Tourguide |
Mit Ben und Elaine aus England und Connie gruendeten wir spontan eine Reisegruppe fuer den naechsten Tag und unser Highlight Nr. 2: Das Valle de Cocora (Wachspalmental; die Wachspalme ist der Nationalbaum Kolumbiens und ist mit bis zu 50 m die hoechste Palmenart der Welt).
| die Nonnen waren krass, sie waren trotz Schlamm so rein wie Nonnen nur sein koennen....wahrscheinlich doch Gott gesegnet ;) |
Die Wanderung war ordentlich, denn aus 5 Stunden haben wir auf 7 Stunden ausgeweitet da wir die ersten 2 Stunden auf dem falschen Weg waren, super! Kinder haetten eine wahre Freude gehabt, extrem matschig ist noch untertrieben (das Ausleihen der Gummistiefel war die beste Entscheidung), man teilt die Wege mit Pferden fuer die faulen Touristen, also kommen die ganzen Fladen auch noch dazu und natuerlich Regen Regen Regen, wenn schon denn schon :).
Dennoch war es einzigartig, erst ueber Wiesen, dann durch den Dschungel bis hoch in den Cloudforest und hinein ins Tal der Wachspalmen.
| auf dem Gipfel im Cloud Forest |
Es war wie auf einem anderen Planeten und durvch den Regen und die tief haengenden Wolken irgendwie mystisch, wir waren die einzigen Wanderer.
Am Ausgang sahen wir sehr viele Soldaten, die wahrscheinlich tagsueber in den Waeldern patroullieren. Die FARC (Rebellengruppe) wurde in den letzten Jahren immer weiter zurueck gedraengt. Die Touristen dort koennen sich sicher fuehlen.
Abends belohnten wir uns alle mit dicken Burgern und kolumbianischen Poker Bier :)
Am naechsten Tag ging es schon weiter nach Bogota. Die Busfahrt waere eine eigene Story wert. Wir sind angekommen, das ist die Hauptsache. An der Busstation hat uns die Polizei hoechstpersoenlich an allen wartenden Leuten (die Taxischlange war soooooo lang) vorbeigeschleust und ein Taxi organisiert. Alle (offiziellen) Taxifahrten werden hier elektronisch aufgenommen, mit einer ID versehen und man bekommt einen Beleg mit ID Nummer und Fahrtziel... In der Altstadt wurden kuerzlich alle Strassen umbenannt, die Hostelsuche hat also nochmal die Geduld unseres Taxifahrers auf die Probe gestellt. Wir hatten "Glueck" denn an unserem einzigen Tag in Bogota war Feiertag und so gut wie alle Lokalitaten und Geschaefte in der Altstadt hatten zu. Wir haben Bogota daher eher als Moloch und weniger reizvollen Ort in Erinnerung.
| Unsere Hostelstrasse im Altstadtviertel La Candelaria |
Ein Tag hat vollkommen gereicht, am selben Abend ging unser Flieger nach Cusco/ Peru, auf in ein neues Abenteuer und Reisen zu dritt :) Steffi aus Hamburg begleitet uns in den naechsten Wochen durch Peru und Bolivien. Mehr dazu im naechsten Beitrag.
Hey Ihr Beiden,
AntwortenLöschennach längerer Zeit habe ich endlich mal wieder bei Euch vorbeigeschaut und bin ja ganz angetan von den Berichten, zumal da auch wieder viele Erinnerungen von meinem Trip nach Peru hochkommen. Ich muss mir das ganze nochmal in Ruhe durchlesen, ich war ja "faul" und hatte die Bustour gewählt ;-)
Waren bei Euch eigentlich die Flüge auch so überbucht von Cusco? Wir mussten ja damals umbuchen und sind dann von La Paz nach Sao Paulo zurückgeflogen statt von Lima.
Jo...ich hoffe deinem Fuss geht es wieder besser und du kannst die weitere Reise ohne Behinderung(Krücken) genießen:-)
Alles Liebe
Ulf